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MSM: Was hinter dem Schwefel-Baustein steckt

Methylsulfonylmethan, kurz MSM, steht auf immer mehr Beauty-Supplements. Wir erklären, was die Verbindung ist, was die bekannteste Studie zu MSM und Haut untersucht hat, wo ihre Grenzen liegen und warum die Dosis entscheidend ist.

· 4 Min. Lesezeit ·

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Das Wichtigste in Kürze

  • MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine organische Schwefelverbindung, die in kleinen Mengen auch in Lebensmitteln vorkommt.
  • Schwefel ist Bestandteil der Aminosäuren Methionin und Cystein und damit vieler Proteine, unter anderem des Keratins in Haaren und Nägeln.
  • Die bekannteste Hautstudie zu MSM (Muizzuddin und Benjamin, 2022) testete 1 g und 3 g pro Tag über 16 Wochen. Nur der kleine Pilotteil mit 20 Personen hatte eine Placebogruppe.
  • Viele Kombinationsprodukte enthalten deutlich weniger MSM als in dieser Studie. Ergebnisse lassen sich deshalb nicht übertragen.
  • Für MSM gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

MSM begegnet dir in Gelenkpräparaten, Sportnahrung und zunehmend in Produkten für Haut, Haare und Nägel. Oft wird es als „organischer Schwefel“ oder „Beauty-Mineral“ beworben. Was ist dran?

Was MSM ist

Methylsulfonylmethan ist eine kleine, organische Schwefelverbindung. Chemisch besteht sie aus einem Schwefelatom, zwei Sauerstoffatomen und zwei Methylgruppen. MSM entsteht in der Natur unter anderem beim Abbau von Dimethylsulfid, das von Meeresplankton gebildet wird, und kommt in geringen Mengen in Milch, Kaffee, Tee und manchen Gemüsesorten vor. Für Nahrungsergänzungsmittel wird MSM synthetisch hergestellt.

Warum Schwefel für den Körper wichtig ist

Schwefel ist ein Bestandteil der Aminosäuren Methionin und Cystein. Über diese Aminosäuren steckt Schwefel in sehr vielen Proteinen. Besonders reich an Cystein ist Keratin, das Strukturprotein von Haaren und Nägeln. Die Schwefelbrücken zwischen Cystein-Bausteinen geben Keratin seine Festigkeit. Auch das antioxidative Molekül Glutathion enthält Cystein.

Unseren Schwefelbedarf decken wir über Eiweiß aus der Nahrung. Wer ausreichend Protein isst, nimmt in der Regel auch genug Schwefel auf. Einen offiziellen Referenzwert für MSM gibt es nicht.

Die Studie: Muizzuddin und Benjamin (2022)

Die meistzitierte Humanstudie zu MSM und Haut erschien 2022 im International Journal for Vitamin and Nutrition Research [1]. Sie bestand aus zwei Teilen:

  1. Pilotstudie: 20 Teilnehmende nahmen 16 Wochen lang entweder 3 g MSM pro Tag oder Placebo-Kapseln ein. Bewertet wurden Falten und Hautstruktur durch Begutachtung und Selbsteinschätzung. In der MSM-Gruppe waren Gesichtsfalten und Hautrauigkeit gegenüber Placebo statistisch signifikant geringer.
  2. Dosis-Wirkungs-Studie: 63 Teilnehmende nahmen 16 Wochen lang entweder 1 g oder 3 g MSM pro Tag. Gemessen wurden unter anderem Hautfeuchtigkeit (Corneometer), Festigkeit und Elastizität (Cutometer) sowie die Faltenausprägung durch Expertinnen und Experten. Gegenüber dem Ausgangswert zeigten sich signifikante Verbesserungen. Teilweise war die höhere Dosis wirksamer, die Autoren werten aber auch 1 g pro Tag als ausreichend.

Was du bei dieser Studie beachten solltest

  • Kleine Placebo-Studie: Nur der Pilotteil mit 20 Personen hatte eine Placebogruppe. Der größere zweite Teil verglich zwei Dosierungen miteinander und mit dem Ausgangswert, aber nicht mit Placebo. Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswert können auch durch Jahreszeit, veränderte Pflegegewohnheiten oder den Studieneffekt selbst entstehen.
  • Einzelstudie: Es gibt bisher keine Meta-Analyse, die mehrere unabhängige Studien zu MSM und Haut zusammenfasst.
  • Dosis: Untersucht wurden 1 g und 3 g pro Tag. Viele Kombinationsprodukte, die MSM als eine von vielen Zutaten enthalten, liegen deutlich darunter. Die Studienergebnisse sagen über solche Mengen nichts aus.

Was die Rechtslage sagt

Für MSM gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Auch für Schwefel allgemein existiert keine solche Angabe. Aussagen wie „MSM stärkt Haare und Nägel“ oder „MSM strafft die Haut“ sind deshalb in der Werbung nicht zulässig. Für Haare und Nägel zugelassen sind dagegen Angaben zu Zink und Selen, mehr dazu in Biotin, Zink, Selen: Was Haut, Haare und Nägel wirklich brauchen.

Verträglichkeit

MSM gilt in den üblichen Mengen als gut verträglich. Gelegentlich werden leichte Magen-Darm-Beschwerden beschrieben. Wer Medikamente einnimmt, schwanger ist oder stillt, sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vorher ärztlich besprechen.

Und in SKIN° N°1?

Unser Shot enthält 200 mg MSM je 25-ml-Portion. Das ist deutlich weniger als die 1 bis 3 g aus der beschriebenen Studie. Wir nennen MSM deshalb als Zutat mit Menge und leiten aus der Studie keine Wirkung für unser Produkt ab.

Fazit

MSM ist eine interessante Schwefelverbindung, und eine erste Studie hat Hinweise auf Effekte bei der Haut geliefert. Die Datenlage ist aber dünn: eine Studie, ein kleiner Placeboteil, Dosierungen im Gramm-Bereich. Für eine fundierte Aussage braucht es weitere unabhängige, placebokontrollierte Studien. Bis dahin gilt: Eine eiweißreiche, ausgewogene Ernährung liefert dir den Schwefel, den du brauchst.

Häufige Fragen

Was ist MSM und wofür braucht der Körper Schwefel?

MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine kleine organische Schwefelverbindung. Schwefel ist Bestandteil der Aminosäuren Methionin und Cystein und damit vieler Proteine, unter anderem des Keratins in Haaren und Nägeln.

Was zeigt die Studie zu MSM und Haut?

Muizzuddin und Benjamin (2022) testeten 1 g und 3 g pro Tag über 16 Wochen. Nur der Pilotteil mit 20 Personen hatte eine Placebogruppe. Viele Kombinationsprodukte enthalten deutlich weniger MSM, die Ergebnisse lassen sich darauf nicht übertragen.

Gibt es einen zugelassenen Health Claim für MSM?

Nein. Für MSM und für Schwefel allgemein gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Aussagen wie „MSM stärkt Haare und Nägel“ sind in der Werbung nicht zulässig.

Quellen

  1. Muizzuddin N, Benjamin R. Beauty from within: Oral administration of a sulfur-containing supplement methylsulfonylmethane improves signs of skin ageing. Int J Vitam Nutr Res. 2022;92(3-4):182-191. doi:10.1024/0300-9831/a000643
  2. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungswissenschaftliche Beratung. Die beschriebenen Studienergebnisse beziehen sich auf die jeweils untersuchten Präparate, Dosierungen und Personengruppen und lassen sich nicht auf ein bestimmtes Produkt übertragen. Für Kollagen, Hyaluronsäure, Astaxanthin und MSM gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.

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